Psychotherapie oder Rosen-Methode?

In diesem Artikel möchte ich Ihnen Antwort auf die Frage
„Wann sollte ich zur Psychotherapie, wann zur Rosen-Methode gehen?“
geben, und zwar vor allem in Hinblick auf Essstörungen bzw. emotionalem Essverhalten.

Ich bin keine Psychotherapeutin, sondern ich arbeite überwiegend mit der Rosen-Methode. Deshalb ist es mir besonders wichtig, hier eine klare Unterscheidung zu treffen.

Wenn Sie von einer psychischen Störung betroffen sind, ist es notwendig, zunächst eine Psychotherapie aufzusuchen. Was genau unter psychische Störung fällt, können Sie in diesem Wikipedia Artikel nachlesen. Im ICD – Internationale Klassifikation psychischer Störungen – sind Essstörungen enthalten, siehe ICD 10 – F50. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie unter Essstörungen leiden, Psychotherapie in Anspruch nehmen sollten. Dies ist wichtig, um Verständnis für sich selbst und Ihre Verhaltensmuster zu entwickeln und Tools der Selbstregulation zu erlernen. Darüber hinaus ist es fast immer notwendig, diverse vergangene – oft sogar traumatische – Ereignisse aufzuarbeiten, vielleicht sogar erstmals darüber zu reden. Psychotherapie hilft Ihnen dabei, über sich selbst zu reflektieren und eine gewisse Ordnung in Ihr eigenes System zu bringen.

Essstörungen werden von Betroffenen als extrem bedrohlich empfunden und als schwer zu ertragen. Häufig kommen noch andere Schwierigkeiten hinzu, wie Panikattacken,  Depressionen oder starke Stimmungsschwankungen. Mit Hilfe einer guten Psychotherapie kann sich dies mit der Zeit deutlich spürbar bessern. Dann verabschiedet sich die Essstörung langsam und wandelt sich in gelegentliche Phasen des emotionalen Essens.

Hier könnte dann meine Arbeit ins Spiel kommen. Was die Rosen-Methode ist, lesen Sie hier.

2014

Der größte Unterschied zur Psychotherapie ist, dass in meiner Praxis das Gespräch nur ein paar Minuten dauert. Ich frage kurz wie es geht und dann geht es schon ab auf die Behandlungsliege. Am liebsten ist es mir sogar, wenn sich KlientInnen gleich auf die Liege legen möchten. Allerdings verlange ich das nicht, da es sich für viele meiner KlientInnen schräg anfühlt, sich gleich nach dem Ankommen auszuziehen. Das Entkleiden passiert übrigens – wie alles in meiner Praxis – in geschütztem Rahmen: Ich verlasse auf Wunsch den Raum oder ich mache mit einem Leintuch einen Paravent. Gerne ziehe ich die Vorhänge vor, falls Sie das möchten.

Sobald Sie liegen, berühre ich mit meinen Händen Ihren Körper. Sie sind dabei immer mit einem Leintuch bedeckt und geschützt, ich decke nur jene Stellen behutsam ab, die ich gerade berühre. Falls es kühl ist, werden Sie zusätzlich mit einer Decke gewärmt. Durch meine Berührung wird es Ihnen erleichtert, sich in Ihrem Körper wahrzunehmen. Dadurch können Sie Ihre Grenzen spüren, Ihre Beengungen, Ihren Atem, Ihre Verspannungen, Ihre Gefühle und, und, und. Um Ihnen dieses Spüren zu erleichtern, stelle ich Ihnen hin und wieder eine kurze Frage. Ich unterstütze Sie also darin, sich selbst zu erforschen und ganz mit Ihrer Aufmerksamkeit im Fühlen und bei sich zu bleiben.

Der nächste große Unterschied zur Psychotherapie ist, dass in der Rosen-Methode keine vergangenen Ereignisse aufgearbeitet werden. Manchmal erinnern sich KlientInnen im Zuge einer Rosen-Sitzung an Vergangenes, manchmal auch an die Kindheit, dies wird einfach nur wahrgenommen und gewürdigt. In der Rosen-Methode erfolgt keine Reflexion, im Sinne von: „Was hat das für Auswirkungen auf mein derzeitiges Leben? Wie könnte ich Belastendes verändern?“ Es geht vielmehr darum, gemeinsam zu erforschen, was  jetzt im Körper gespürt wird. Das hilft, Gefühle anzunehmen und sie Schritt für Schritt zu integrieren. Und das ist die wesentliche Sichtweise der Rosen-Methode.

Ich finde es gar nicht so einfach, die Rosen-Methoden so zu erklären, dass man sich genau vorstellen kann, was passiert. Ich erinnere mich, dass ich, bevor ich mit der Ausbildung begann, das Buch von Marion Rosen „Die Rosen-Methode: Den Körper berühren, die Seele erreichen“ las, und dennoch nicht wirklich verstand um was es ging. Heute, mit einigen Jahren mehr Erfahrung nehme ich das selbe Buch immer wieder zur Hand und denke: „Ja, sehr treffend beschrieben.“ Manche Dinge muss man eben ausprobieren, um sie zu verstehen 🙂

Noch mehr Infos über die Unterschiede der verschiedenen psychosozialen Angebote lesen Sie in dem Blog-Artikel von Iris Lasta, meiner Assistentin bei den „Essanfälle adé“ Workshops: Ist Coaching, Beratung oder Psychotherapie die richtige Wahl?

Möchten Sie das teilen?
2018-06-15T12:24:21+00:0011 Dezember, 2017|Emotionales Essen|0 Kommentare

Über den Autor:

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte nehmen Sie meine Datenschutzerklärung zur Kenntnis. Ihre E-Mail Adresse wird selbstverständlich nicht veröffentlicht.