Seit Oktober 2021 bin ich zertifizierte Rosen-Praktizierende!
Hinter mir liegen sieben intensive Jahre der Rosen-Methode Ausbildung.
Wenn dich interessiert, was diese Zeit für mich bedeutet,
lade ich dich herzlich ein, weiterzulesen.

Wie alles begann

Im Jahr 2013 hatte ich eine EKT-Sitzung bei Susanna Lübcke und darin formulierte mein Körper den Wunsch:

„Ich sehne mich nach absichtsloser Berührung!“.

Daraufhin meinte Susanna: „Du, da kenne ich was!“.

Rosen-Methode? Was ist denn das?

Ich tippte den Begriff in die Suchmaschine ein und erfuhr, dass die Rosen-Methode just zu jener Zeit einen Standort in Wien aufbaute. Ich musste für meine erste Rosen-Sitzung also nicht weit reisen.

Im Buch von Marion Rosen las ich, dass die Rosen-Methode lebensverändert sein kann.

Da ich damals bereits einiges an Therapien und Selbsterfahrung hinter mir hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies bei mir der Fall sein könnte.

War es dann letztendlich doch. Das wusste ich allerdings nicht sofort, im Gegenteil.

Die Rosen-Praktizierende meinte nach der Sitzung: „Du siehst völlig verändert aus im Gesicht.“ Ich dachte nur: „Ja, ja, bla bla … sowas musst du ja sagen, ich weiß du brauchst noch Teilnehmer*innen für den Einführungskurs in Wien. Es war eh ganz nett, aber mehr auch nicht“.

Danach ging ich zu einem Mittagstisch und lernte dort einen neuen Mann kennen – scheinbar war da tatsächlich etwas anders mit meiner Ausstrahlung. Dadurch war es mir wenige Tage später möglich, mich endlich aus einer Beziehung zu lösen, die mir schon viel zu lange nicht gut tat.

Wow!

Das war dann doch beeindruckend. Und lebensverändernd.

Wieso Rosen-Methode?

Mein Gefühl sagte mir sofort: Hier bist zu richtig.

Ein weiterer wichtiger Entscheidungsgrund für mich war, dass es bei der Rosen-Methode Ausbildung keine Prüfungen gibt, in denen man Wissen aus Büchern aufplappern muss und man muss auch keine Abschlussarbeit schreiben.

Beides hatte ich zu genügend in meinem Leben und beides brauchte ich nicht mehr um weiter zu wachsen. Nach meinem letzten Prüfungsstress und gefühlt tausenden abgestorbenen Gehirnzellen hatte ich mir geschworen: Nie wieder. Lernen muss auch anders gehen.

In Wahrheit war die Rosen-Methode Ausbildung die härteste Prüfung überhaupt, eine andere Art der Prüfung, als ich es von Schulbetrieben kannte, dazu weiter unten mehr.

Außerdem entschied ich mich für die Rosen-Methode, weil es keine Technik gibt, i.S.v. es gibt nicht unzählige Akupunktur-Punkte oder Körperpositionen zu erlernen.

Mit meiner Vorerfahrung (Shiatsu Ausbildung, mehr als 10 Jahre Erfahrung mit Körperarbeit, bereits in eigener Praxis tätig) stelle ich es mir ziemlich einfach vor, die Rosen-Methode zu begreifen.

Glücklicher Weise wusste ich damals nicht, wie schwer es tatsächlich werden würde. Aber auch wenn ich es gewusst hätte, hätte ich vermutlich keine Wahl gehabt als den Rosen-Weg zu gehen … denn mein Feuer für diese Methode war entzündet.

Der erste Rosen-Intensive

Nach zwei Einführungswochenenden besuchte ich im Oktober 2014 meinen ersten Rosen-Intensiv Kurs, das sind 6 Tage Kurs am Stück, in denen man zahlreiche Rosen-Sitzungen erhält.

Der Rosen-Intensive trägt seinen Namen zurecht: Es sind tatsächlich intensive Tage.

Damals war der Intensive noch in Wien. Während der U-Bahn Fahrt zum Kurs setzte ich eine großen Sonnenbrille auf, weil ich ständig weinen musste. Ich war so tief berührt von dem gesehen werden, das im Rosen-Intensive stattfand und von dem Einfühlungsvermögen der Rosen-Lehrerin, damals Sarah Dandridge.

Die achtsamen, absichtslosen Berührungen taten dann ihr übriges.

Die Jahre der Ausbildung

Mit der Zeit wurden die großen Gefühlswellen kleiner.

Meine alten Tränen waren an vielen Orten von meinem muskulären Körpergedächtnis gehalten, in meinem Herzen, in meinem Gesicht. in meinen Schultermuskeln, in meinen Beinen.

Nicht alles war meine eigene Geschichte, einiges waren generationenübergreifenden Geschehnisse.

Es fand eine Innenreise zu Orten statt, die ich zuvor nicht kannte. Ich durchlebte verdrängte Gefühle von vergangenen Ereignissen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie mich belasteten.

Mit jeder geweinten Träne wurde etwas weicher, weiter und freier in mir und ich kam mehr und mehr in meinen Körper. Von dort aus konnte ich auch mehr und mehr echte Freude erleben.

Es zeigten sich auch viele andere Gefühle und Zustände wie z.B. Wut, Erstarrung, Ohnmacht und immer wieder meine Dissoziation, also mein Aussteigen aus meinem Körper.

Das Besondere an der Rosen-Methode Ausbildung

Das Besondere an der Ausbildung ist, dass es kein Curriculum gibt im Sinne von aufeinander aufbauenden Kursen.

Alle Stufen besuchen den gleichen Intensive, d.h. in Intensives sind sowohl Anfänger*innen als auch fortgeschrittene Schüler*innen.

Dieses System lehrte mich Demut, denn es gibt kein „besser sein als andere“. Wir alle haben immer wieder Phasen des Selbstzweifels.

Man muss mindestens 7 solcher Intensives absolvieren, doch meistens werden es deutlich mehr.

Die Ausbildung ist in 3 Teile geteilt: 1 Stufe, 2 Stufe, Internship.

Ab der zweiten Stufe muss man Einzelsupervisionen und Sitzungen nehmen, ab dem Internship zusätzlich noch Fallsupervisionen. Der Unterricht ist also höchst individuell.

Es gibt kein fertig sein, wenn alles abgehakt ist am Ausbildungsplan. Man ist fertig, wenn man sich bereit fühlt.

Zumal man sowieso nie fertig ausgebildet ist. Wenn man mit Menschen arbeitet, gibt es immer etwas zu lernen, das macht diese Arbeit so spannend für mich.

Die Herausforderungen des Wachstums

Als ich mit der Rosen-Methode begann, war mir nicht bewusst, wie wenig verkörpert ich war. Es war nicht schön, das zu entdecken und mir einzugestehen.

Ich musste sehr mühsam lernen, dass ich die Rosen-Methode nicht mit meinem Geist, meinem Denken erfassen kann. Ich musste das Denken lassen und ganz in meinen Körper gehen und meinen Gefühlen vertrauen.

Ich sehnte mich zwar nach einer Methode ohne Technik, doch letztendlich war genau das die Herausforderung. Es gab nichts, an dem ich mich festhalten konnte. Nur mein eigenes Gespür.

Darüber hinaus ging es darum zu lernen, das von mir Wahrgenommene in Worte zu kleiden.

Worte spielen in der Rosen-Methode eine wesentliche Rolle. Zu lernen, die Worte so einzusetzen, dass die Klient*in im Körper bleibt und verstehen kann, was ich meine, war eine eigene Herausforderung für sich.

Manchmal hatte ich das Bild einer jonglierenden Einradfahrerin – es müssen viele Dinge gleichzeitig achtsam ausgeführt werden: Berühren, mich selbst spüren, die Klient*in wahrnehmen, Muskelverspannungen lokalisieren, Worte finden, meine Gefühle benennen, mich selbst und die Klient*in regulieren, Überblick über die Sitzung behalten, Ruhe bewahren.

Die große Herausforderung bei der Rosen-Methode Ausbildung sind die supervidierten Sitzungen. Das bedeutet, dass du eine Rosen-Sitzung gibst und du dabei von einer Lehrer*in beobachtet wirst. Diese stellt dann Fragen, oder gibt Impulse oder greift unterstützend ein. Oft sehen auch andere Schüler*innen dabei zu, manchmal sogar die ganze Ausbildungsgruppe.

Die ersten Male musste ich danach sofort mein T-Shirt wechseln vor lauter Angstschweiß. Mit der Zeit lernt man, auch unter diesen besonderen Bedingungen ganz bei sich verkörpert zu bleiben.

Es gab unzählige Momente in denen ich dachte: „Das werde ich niemals verstehen.“, dieser Zweifel lehrte mich große Demut.

Und doch kam dann eines Tages der Moment wo ich fühlte: „Jetzt weiß ich was ich tue.“

Die Schönheit der Rosen-Methode

Man lernt die Rosen-Medhode vor allem durch Beobachtung und durch das Tun.

Ich erinnere mich, dass ich beobachtete, wie ein Lehrer einer Klientin die Hand über das Herz legte, dabei schob er seine Hand leicht hin und her. Das war alles. Die Klientin begann zu weinen.

Ich dachte mir „das ist ja einfach“, probierte später genau das gleiche aus und … nichts geschah.

Solche Erlebnisse waren unglaublich frustrierend für mich.

Mit der Zeit verstand ich, dass es nicht um Technik geht, es geht also nicht darum, dass meine Hand genau am richtigen Ort liegt und ich meine Hand genau so oder so bewege.

Es geht darum, dass ich ganz präsent bin.

Diese Präsenz erreicht man durch den langen intensiven Weg der Selbsterfahrung.

Deswegen dauert die Ausbildung viele Jahre und kann nicht durch brillante geistige Leistungen abgekürzt werden.

Mit dieser Präsenz im eigenen Körper kann ich auch mit der Klient*in präsent sein und ihr das Gefühl geben:

„Egal was ist, ich bin da. Ich werte nicht. Lass uns gemeinsam entdecken, was da ist.“

Sowas kann man nicht willentlich tun. Sowas kann man nur sein.

Ich lege also heute die Hand ganz anders auf die Klient*in als vor 7 Jahren, auch wenn es vielleicht von außen gleich aussieht.

Es ging auf diesem Ausbildungsweg darum zu lernen, mich selbst mutig zu zeigen und zu dem zu stehen, was ich fühle.

Die Abschlussfeier

Die Abschlussfeier im Oktober 2021 war ein großer Moment.

Man bekommt nicht einfach nur ein Zertifikat ausgehändigt. Es wird noch einmal durch die anwesenden Lehrer*inne der gegangene Rosen-Weg Revue passiert.

Es wird symbolisch das Licht der Rosen-Methode weitergegeben, hier im Bild von meiner dänischen Lehrerin Maja Skau-Olsen.

Alle Kollegin*innen feiern mit und sind berührt, denn jede*r weiß, wie hart der Weg ist.

Ich glaube, dass diese gemeinsame Zeremonie allen die Kraft gibt am Ball zu bleiben, den den Weg der Rosen-Methode zu gehen bedeutet ständige Weiterentwicklung und Wachstum.

Der Ort der Rosen-Intensives

Die Rosen-Intensives finden im schönen Ort Payerbach an der Rax statt, ca. eine Stunde von Wien entfernt. Wir werden dort mit sehr gutem Essen versorgt, was wichtig ist bei intensiver Gefühlsarbeit. Außerdem tut es gut, in den freien Zeiten gleich inmitten von Natur zu sein.

Alle Fotos hier entstanden in Payerbach und sind von meinem Mann Manfred Helmer, der ja mittlerweile auch die Rosen-Methode Ausbildung macht.

Danke an meine Lehrer*innen

Im Zuge meiner Ausbildung durfte ich viele Rosen-Methode Lehrer*innen kennenlernen, was mich sehr bereicherte. Diese Vielfalt ist eine Besonderheit der österreichischen Rosen-Methode Schule.

Besonders berührten mich die Begegnungen mit Maja Skau-Olsen (Dänemark), Sarah Dandridge, Mary Kay Wright, Deborah Marks (USA Californien) und Roni Mosenson (Israel).

Danke an meine Klient*innen

Ich danke allen meinen Klient*innen, die diesen Weg mit mir gegangen sind.

Denn die Rosen-Methode kann man nur lernen, indem man sie anwendet und aus jeder einzelnen Sitzung lernt.

Ohne euch wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

Danke!

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