Letztens erreichte mich die Anfrage einer Lehrerin. Sie sei besorgt wegen einer Schülerin, die offensichtliches Untergewicht habe. Eine Mitschülerin konnte beobachten, dass besagte Schülerin Essen erbettelte und dieses danach auf der Toilette erbrach.

Die daraufhin eingeschaltete Schulärztin konnte nichts erreichen, das Mädchen blockte alle Gespräche ab. Auch das Gespräch mit der Mutter verlief ergebnislos, diese meinte es gäbe kein Problem.

Die Lehrerin fragte: Was kann ich tun, um der Schülerin zu helfen.

Hier meine Antwort:

Bisher arbeitete ich nicht mit Jugendlichen, daher kann ich hier nur wenig aus Erfahrung sprechen.

Aber ich möchte Sie bestärken: Wir können mehr auf dieser Welt bewirken als wir denken, selbst wenn wir zunächst nur auf Mauern stoßen. Echtes Mitgefühl, menschliche Wärme und die Bereitschaft zuzuhören, ist für Menschen mit psychischen Krisen oft entscheidend, um sich für weitere Hilfe und Lösungswege zu öffnen.

Vielleicht kennen Sie den Satz: Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber trinken muss es selbst. Heißt im übertragenen Sinne: Sie können der Schülerin Ihre Hilfe anbieten und klar zeigen, dass Sie da sind. Innerlich wissend, dass Sie das Mädchen nicht zwingen können, Ihre Hilfe anzunehmen. 

Ausnahmesituation ist natürlich, wenn der Zustand der Schülerin lebensbedrohend ist, da gilt es rasch zu handeln.

Wie immer beim Helfen ist es wichtig darauf zu achten, nicht in eine Co-Anhängigkeit zu rutschen. Es gilt auf die eigenen Grenzen zu achten: Wie viel kann und möchte ich geben?

Informationen über Essstörungen für LehrerInnen

Es gibt ein Buch für Angehörige, das ich Ihnen empfehlen kann: Iss doch endlich normal: Hilfen für Angehörige von essgestörten Mädchen und Frauen

Es gibt weiters ein interessantes pdf von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Essstörungen Leitfaden für Eltern, Angehörige und Lehrkräfte.

Eine Möglichkeit sich dem Thema anzunähern, wäre eine allgemeine Aufklärung über Esssucht für alle Schüler/innen zu starten. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit eines übergeordneten Schulprojekts! Empfehlen dazu kann ich z.B. Jana Crämer, sie macht gerförderte Konzertlesungen an Schulen (Projekt Bauchgefühl).

In Österreich gibt es die Essstörungshotline, bei der Sie kostenfrei anrufen können. Es ist dort einiges an Expertise zum Thema Prävention vorhanden.

Ich hoffe Ihnen damit geholfen zu haben und wünsche Ihnen und Ihrer Schülerin alles Gute!

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